Einschätzung zur Fledermausfauna in Odenthal Eikamp, vom 21.08.2008
alex 20. September 2008
Projekt: „Vorhabenbezogenen Bebauungsplan Odenthal-Oberscheid”, hier - Einschätzung zur Fledermausfauna mit ergänzenden Untersuchungen zu Baumhöhlen und zum Herbstaspekt
Auftraggeber:
Bürgerinitiative Eikamp
Herr Kai Dehler
Oberscheid 8
51517 Odenthal
Erstellt von:
Dipl.-Biol. Mechtild Höller
Reuterstraße 55
51375 Leverkusen
Telefon: 0214 / 54283
e-Mail: me.hoeller@t-online.de
Inhaltsangabe
1. Anlass und Fragestellung Seite 1
2. Vorgehensweise und Methoden Seite 1
3. Ergebnisse Seite 3
3.1 Artbeschreibung der nachgewiesenen Fledermäuse und Vorkommen im Untersuchungsgebiet Seite 4
3.3 Fledermaus-Teilhabitate Seite 7
4. Zusammenfassung Seite 9
5. Literatur Seite 10
| Deutscher Name | Wissenschaftlicher Name | RL
NRW 1999
|
RL
Rheinland 1999
|
RL
BRD 1998
|
„besonders geschützt”
|
„streng geschützt”
|
| Zwergfledermaus | Pipistrellus pipistrellus | *N | *N | * | + | IV |
| Große / Kleine Bartfledermaus | Myotis brandtii / Myotis mystacinus
|
2 / 3 | 2 / 2 | 2 / 3 | + | IV |
| Fransenfledermaus | Myotis nattereri | 3 | 2 | 3 | + | IV |
| Großer Abendsegler | Nyctalus noctula | I | I | 3 | + | IV |
| Myotis spec. | Myotis spec. | entfällt | entfällt | entfällt | + | IV |
+„besonders geschützt” nach BArtSchV, § 1
IV„streng geschützt” laut Anhang IV der FFH-Richtlinie
RL Rote Liste
2 stark gefährdet
3 gefährdet
I gefährdete wandernde Tierart
*N ungefährdet abhängig von Naturschutzmaßnahmen
* derzeit nicht gefährdet.
Wetterdaten:
12. 08. 2008
20.30 Uhr: T = 20,0 °C, Rel. LF = 73 %
22.45 Uhr: T = 8,5 °C, Rel. LF = 80 %
Leicht bewölkt
20. 08. 2008
19.00 Uhr: T = 15,6 °C, Rel. LF = 55 %
21.00 Uhr: T = 14,5 °C, Rel. LF = 63 % klar
3.1 Artbeschreibung der nachgewiesenen Fledermäuse und Vorkommen im Untersuchungsgebiet
Zwergfledermaus
Biologie und Lebensraum:
Die Zwergfledermaus ist die in Europa wohl häufigste Fledermausart. Die Zwergfledermaus gilt als „Hausfledermaus”, siedelt in Dörfern und Städten mit Parks und Gärten. Im Sommer bevorzugt sie enge spaltenartige Quartiere in/an Gebäuden. Winterquartiere befinden sich meist oberirdisch in tiefen Gebäudespalten, zwischen Gestein und Holzstapeln. Die Weibchen beziehen im April/Mai sog. Wochenstuben (Fortpflanzungsquartiere), sie werfen im Juni/Juli meist 2 Junge. Mitte/Ende Juli lösen sich die Wochenstuben auf. Territoriale Männchen besetzen ab August Paarungsquartiere. Zwergfledermäuse jagen vegetationsnahe ab der frühen Dämmerung bis zum frühen Morgen (SCHOBER & GRIMMBERGER 1998, TAAKE & VIERHAUS 2004).
Nachweise im Untersuchungsgebiet:
Bei der Untersuchung am 12. 08. 2008 konnten mittels Sicht- und Detektorbeobachtung zwei jagende Zwergfledermäuse im Buchenwald Kramerbusch, über der nach Westen angrenzenden Weide, an den Bachuferwäldern des Oberscheider Baches, auf der Straße Oberscheid und im Hausgarten der Familie Dehler nachgewiesen werden. Im Wäldchen Kramerbusch jagten die Zwergfledermäuse ab 21 Uhr. Quartiere könnten sich in dem ehemaligen Wohngebäude und/oder der Scheune, die beide Einschlüpfe aufweisen (Höller 2007), befinden.
Bei der Untersuchung am 20. 09. 2008 konnte drei Zwergfledermäuse in der frühen Dämmerung beobachtet werden. Die Tiere jagten an den südwestlichen Waldrand des Buchenkuppenwaldes und konnten dort längere Zeit beobachtet werden. Später wurden an allen Waldrändern und im Bereich der Wege im Buchenwald jagende Zwergfledermäuse beobachtet.
Nachweise in der Region:
Zwergfledermäuse gehören zu den häufigsten Arten im Rheinland (ROER 1993) und im Rheinisch-Bergischen-Kreis (LANUF 2008).
Große / Kleine Bartfledermaus -
Bei der Jagd sind die beiden Arten anhand ihrer Laute nicht zu unterscheiden. Netzfänge waren nicht vorgesehen, deswegen wird in der vorliegenden Arbeit von Bartfledermaus spec. gesprochen.
Biologie und Lebensraum:
Bartfledermäuse gelten als Waldfledermäuse. Die große Bartfledermaus ist stärker an Wald und Gewässer gebunden als die Kleine Bartfledermaus. Letztere kommt auch in Parks und Siedlungen vor. Sommerquartiere beider Arten können in Spalten an Gebäuden, hinter abgelöster Baumrinde, in Baumhöhlen und Fledermauskästen sein. Sie überwintern meist in Höhlen (SCHOBER & GRIMMBERGER 1998, TUPINIER 2001, TUPINIER & AELLEN 2001). Die Wochenstubenzeit dauert von April/Mai bis Ende Juli. Sie jagen ab der späten Dämmerung. Bartfledermäuse nutzen linienförmige Strukturen zur Orientierung bei Anflug und Jagd (Waldwege, Waldränder) und jagen bevorzugt in geringer Höhe an der Vegetation (Waldwege, Hecken, Alleen).
Nachweise im Untersuchungsgebiet:
Bei der Untersuchung am 12. 08. 2008 konnten mittels Sicht- und Detektorbeobachtung je eine Bartfledermaus spec. im Buchenwald Kramerbusch, über der nach Westen exponierten Weide und an den Bachuferwäldern des Oberscheider Baches nachgewiesen werden. Im Wäldchen Kramerbusch und über der angrenzenden Weide konnte eine Bartfledermaus ab 21.20 Uhr beobachtet werden. Ein Quartier könnte sich in dem ehemaligen Wohngebäude und/oder der Scheune, die beide Einschlüpfe aufweisen (HÖLLER 2007), befinden.
Bei der Untersuchung am 20. 09. 2008 konnte eine jagende Bartfledermaus spec. am südwestlichen Waldrand des Buchenkuppenwaldes beobachtet werden.
Nachweise in der Region:
Nachweise für Bartfledermäuse liegen für den Rheinisch-Bergischen-Kreis vor (eigene unveröffentlichte Gutachten, LANUF 2008).
Fransenfledermaus -
Biologie und Lebensraum:
Fransenfledermäuse gehören zu den mittelgroßen Arten. Sie nutzen Baumhöhlen, Spalten im Inneren von Gebäuden, auch Viehställe als Sommerquartiere, sie überwintern in Höhlen und Stollen. Fransenfledermäuse sind ortstreu, wandern meist unter 60 km zwischen Sommer- und Winterquartieren. Die Wochenstubenzeit dauert von April/Mai bis Mitte/Ende Juli. Fransenfledermäuse jagen ab der späten Dämmerung. Sie fliegen und jagen strukturgebunden (Hecken, Waldränder) auch über Wiesen. Bei den Überflügen von den Quartieren nutzen die Tiere linienförmige Strukturen zur Orientierung (SCHOBER & GRIMMBERGER 1998, TOPÁL 2001).
Nachweise im Untersuchungsgebiet:
Bei der Untersuchung am 12. 08. 2008 konnte mittels Sicht- und Detektorbeobachtung der Nachweis einer jagende Fransenfledermaus an den Bachuferwäldern des Oberscheider Baches und im Hausgarten der Familie Dehler erbracht werden.
Regionale Vorkommen:
In der Kölner Bucht gibt es große Verbreitungslücken für Fransenfledermäuse, Nachweise liegen für den Rheinisch-Bergischen-Kreis vor. (LANUF 2008).
Großer Abendsegler - Nyctalus noctula
Biologie und Lebensraum
Der Große Abendsegler, einer der größten einheimischen Arten, kommt in ganz Europa außer Irland, Schottland und Nordskandinavien vor (GEBHARD 1997, SCHOBER & GRIMMBERGER 1998). Sommerquartiere (Wochenstuben) befinden sich in Baumhöhlen, in Fledermauskästen und an/in Gebäuden. Zum Überwintern suchen Abendsegler tiefe Baumhöhlen, aber auch Spalten an Bauwerken und Hohlräume in Brücken auf. Große Abendsegler gehören zu den weitwandernden Arten. Teile der Populationen wandern im Frühling von Südwest nach Nordost, im Spätsommer umgekehrt (GEBHARD & BOGDANOWICZ 2004). Wochenstuben bestehen aus 15 und mehr Weibchen. Die Männchen besetzen im Spätsommer Paarungsquartiere und locken mit arttypischen Balzrufen die Weibchen dorthin. Abendsegler beginnen früh mit der Jagd. Sie jagen im freien Luftraum, etwa in Baumwipfelhöhe in Flusstälern, über Gewässern, über Bäumen, Waldlichtungen, auch über Offenlandbereichen (Viehweiden) (GEBHARD & BOGDANOWICZ 2004). Zur Beute gehören Fluginsekten, meist Zweiflügler (Diptera) wie Zuckmücken, Köcherfliegen, Käfer (Coleoptera) und Schmetterlinge (Lepidoptera).
Gefährdung und Schutz:
In der Roten Liste NRW (FELDMANN et al. 1999) gilt der Große Abendsegler als „gefährdete wandernde Tierart”, die Rote Liste BRD (BOYE et al. 1998) stuft den Großen Abendsegler als „gefährdet” ein. Abendsegler sind gemäß FFH-Richtlinie, Anh. IV (92/43/EWG) „streng geschützt” und nach Anl. 1, Sp. 2 BArtSchV „besonders geschützt”. Als Hauptursache der Gefährdung gilt der Verlust von geeigneten Quartierbäumen durch Fällung alter Bäume mit Baumhöhlen. Der Quartiermangel kann teilweise durch Fledermauskästen ausgeglichen werden.
Nachweise im Untersuchungsgebiet:
Am 20. 09. 2008 konnten ab 19.15 Uhr Balzlaute des Großen Abendseglers im Bereich des Buchenwaldes gehört werden. Von 19.45 bis 20.30 Uhr jagten 5 Abendseglern Uhr über der Weide, die nördlich an den Buchenwald Kramerbusch angrenzt.
Regionale Vorkommen:
Große Abendsegler treten in NRW hauptsächlich zur Zugzeit und im Winter auf. Mehrere Balz- und Winterquartiere und drei Wochenstuben sind für das Rheinland bekannt (LANUF 2008). Nachweise des Großen Abendseglers liegen für den Rheinisch-Bergischen-Kreis vor (eigene unveröffentliche Gutachten).
Myotis spec.
Wenn wie im vorliegenden Fall Fledermäuse nur kurz am Beobachtungsort verweilen oder diesen durchfliegen, gelingt insbesondere bei Arten der Gattung Myotis, dazu gehören z.B. Wasser-, Fransen- und Bartfledermäuse, die Artbestimmung nicht. Es wird dann von Myotis spec. gesprochen.
Nachweise im Untersuchungsgebiet:
bei der Untersuchung am 12. 08. 2008 wurden einzelne, durchfliegende, nicht determinierte Myotisarten im Buchenwäldchen Kramerbusch, an den Bachuferwäldern des Oberscheider Baches und im Hausgarten der Familie Dehler beobachtet.
3.3Fledermaus-Teilhabitate
Fledermäuse sind für ihr Überleben auf eine Vielzahl von Teillebensräumen angewiesen. Sie benötigen Sommer- und Winterquartiere sowie nahrungsreiche Jagdhabitate. Daneben nutzen einige Arten, wie z.B. Bart- und Fransenfledermäuse für ihre Transferflüge zwischen Quartieren und Jagdhabitaten linienförmige Strukturen (Flugstraßen) wie Hecken, Feldgehölze, Waldränder (LIMPENS 1993; SIMON et al. 2004).
Exemplarisch wurden fledermausrelevante Landschaftsstrukturen in der Planfläche betrachtet.
Jagdhabitate und Flugstraßen
Das Buchenwäldchen Kramerbusch wird als Jagdhabitat von Bart- und Zwergfledermäusen genutzt. Die Waldränder dienen als Leitstruktur (Flugstraße) für diese Arten und eine nicht determinierte Myotisart.
5 Abendsegler nutzten am 20. 09. 2008 die nördlich an den Buchenkuppelwald angrenzende Weide als Jagdhabitat.
An den Bachuferwäldern des Oberscheider Baches jagen Fransen-, Bart- und Zwergfledermäuse. Zudem werden die linienförmigen Strukturen der Bachuferwälder als Leitlinie (Flugstraße) von Zwergfledermäusen und einer nicht determinierten Myotisart genutzt.
Im Hausgarten der Familie Dehler konnte der Nachweise von jagenden Zwerg- und Fransenfledermäusen erbracht werden.
Fledermaus-Quartiere
Gebäude wie höhlentragende Bäume auf der Kuppe Kramerbusch bieten potenzielle Quartiere für die nachgewiesenen Fledermausarten (HÖLLER 2007). Ein direkter Quartiernachweis in den potenziellen Quartieren gelang bei der einmaligen Begehung nicht. Eine Besiedlung des ehemaligen Wohnhauses, der Scheune und der Baumhöhlen in den Buchen in Kramerbusch durch Fledermäuse lässt sich nach der einmalig Begehung am 12. 08. 2008 nicht ausschließen.
Untersuchung der Baumhöhlen in den Rotbuchen Kramerbusch und den Obsthochstämmen
Während der Begehung am 20. 09. 2008 erfolgte die Begutachtung der Baumhöhlen im Buchenkuppenwald Kramerbusch und in Obsthochstämme von außen auf indirekte Hinweise (Fledermaus-Kotballen, Urinstreifen) zu Fledermäusen. Zusätzlich wurden die Baumhöhlen und Spalten mit einem Endoskop von innen auf Fledermausbesatz untersucht und Material aus dem Höhleninneren zur Untersuchung auf Fledermaus-Kotballen entnommen.
Nachweise zu einer Fledermausbesiedlung konnte mit den o.g. Untersuchungen nicht erbracht werden. Einige Baumhöhlen wurden wegen der Höhe, in der sie sich befinden, nicht untersucht und konnten daher nicht beurteilt werden. Dazu sind Sicherungsvorkehrungen notwendig, die im Rahmen dieser Untersuchung nicht eingeplant waren.
Balzrufe des Großen Abendseglers wurden bei der anschließenden Ausflugbeobachtung gehört. Große Abendsegler rufen soweit bekannt ist von einem festen Platz (Baum) aus (Limpens 2005).
Einige der Höhlen sind auf Grund ihrer Beschaffenheit als Fledermaussommer-, Fledermauspaarungs- und/oder Fledermauszwischenquartier geeignet (Höller 2007). Einige Höhle in Stammfüßen der Rotbuchen erscheinen aufgrund der Dicke der verbliebenen Baumwände als Fledermaus-Winterquartier geeignet.
4.Zusammenfassung
Zur Einschätzung der Fledermausfauna im Rahmen des vorhabenbezogenen Bebauungsplan Odenthal–Oberscheid wurde am 12. August eine Fledermauskartierung im Plangebiete durchgeführt. Hierbei konnten 3 Fledermausarten (Zwerg-, Bart- und Fransenfledermaus) sowie nicht determinierte Myotisarten nachgewiesen werden. Ein Vorkommen weitere Arten kann nach der einmaligen Begehung nicht ausgeschlossen werden und ist grundsätzlich möglich. Außer der Zwergfledermaus sind die nachgewiesenen Fledermausarten mit einem Gefährdungsstatus in den Roten Listen NRW, Rheinland und BRD aufgeführt. Alle Fledermausarten gehören gemäß Anhang IV der FFH-Richtlinie (RL 92/43/EWG) zu den „streng geschützten Arten”(§ 10, BNatSchG) und sind nach der BArtSchV, § 1 „besonders geschützt”.
Als Nahrungshabitate fungieren der Buchenkuppenwald Kramerbusch, die Randbereiche der westlich an den Buchenwald angrenzenden Weide, die Bachuferwälder am Oberscheiderbach. Die Waldränder des Buchenkuppenwaldes und die Bachuferwälder am Oberscheiderbach werden von den nachgewiesenen Arten als Leitlinie (Flugstraße) genutzt.
Wie in der „Einschätzung des Plangebietes auf Habitatpotenziale in Bezug auf Fledermäuse” (HÖLLER 2007) dargelegt, bieten die ehemalige Scheune und das Wohnhaus im Kramerbusch Einschlüpfe und Quartiermöglichkeiten für die nachgewiesenen Bart- und Zwergfledermäuse. Des Weiteren könnten die Baumhöhlen im Buchenwald Kramerbusch als Fledermausquartier genutzt werden. Ein direkter Nachweis ausfliegender Tiere gelang bei der einmaligen Begehung nicht. Eine Besiedlung der potenziellen Quartiere durch Fledermäuse zu anderen Jahreszeiten kann nach der Begehung am 12. August 2008 nicht ausgeschlossen werden.
Bei der ergänzenden Untersuchung am 20. 09. 2008 wurden 3 Zwergfledermäuse an den Waldrändern in der Nähe des ehemaligen Wohnhauses und der Scheune beobachtet. Diese Beobachtung legt nahe, dass die Tiere in Spaltenverstecken der genannten Gebäude ihre Quartiere haben. Die Untersuchung der Baumhöhlen von außen und innen erbrachte keinen Hinweis auf eine Fledermausbesiedlung. Jedoch konnten einige Baumhöhlen wegen ihrer hohen Lage am Baumstamm nicht untersucht werden. Gegen 19 Uhr konnten Balzrufe des Abendseglers im Bereich des Buchenkuppelwaldes gehört werden. Soweit bekannt ist, rufen Große Abendsegler von einem festen Platz (Baumhöhle) aus. Eine der Baumhöhlen könnte möglicherweise als Paarungsquartier des Abendseglers dienen. Ab 19.45 Uhr wurden über der Weide nördlich des Buchenkuppenwaldes 5 jagende Abendsegler beobachtet.
Das Plangebiet bietet neben Jagdhabitaten (Waldränder, Obstwiese, Bachuferwälder), Leitstrukturen (Waldränder, Bachuferwälder) und Quartiere (Baumhöhlen, Spaltenverstecke an den Gebäuden) und somit wichtige Fledermaus-Teilhabitate. Möglicherweise treten bei Umsetzen der Planung Konflikte für Fledermäuse auf, die einen der Verbotstatbestand nach § 19 (3) BNatSchG, § 42 (1) BNatSchG oder Art. 12 (1) FFH-RL darstellen. Dieses und die Frage, ob die lokalen Populationen der nachgewiesenen Fledermausarten bei Umsetzung der Planung in einem günstigen Erhaltenzustand verbleiben, lassen sich lässt sich an dieser Stelle nicht abschließend beantworten. Dazu sind weitergehende Untersuchungen notwendig.
5.Literatur
BOYE, P., HUTTERER, R. & HENKE, H. BfN (Hrsg.) (1998): Rote Liste gefährdeter Tiere Deutschlands (Mammalia). - Schriftenr. für Landschaftspflege und Naturschutz, 55: 33-39, Bonn-Bad Godesberg.
BUNDESARTENSCHUTZVERORDNUNG (BArtSchV) v. 14.10.1999, Anlage 1 Spalte 3. Zuletzt geändert durch G. v. 25.3.2002.
FFH-RICHTLINIEN (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinien): Richtlinien 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wild lebenden Tiere und Pflanzen.
GEBHARD, J. & W. BOGDANOWICZ (2004): Nyctalus noctula (Schreber, 1774) - Großer Abendsegler, in: Niethammer, J. & Krapp, F. (Hrsg.): Handbuch der Säugetiere Europas, Band 4, Fledertiere II, Aula Verlag.
GEBHARDT, J. (1997): Fledermäuse, Birkhäuser Verlag, Basel, Boston, Berlin.
GESETZ ÜBER NATURSCHUTZ UND LANDSCHAFTSPFLEGE (Bundesnaturschutzgesetz - BNatSchG), vom 25. März 2002.
HÖLLER (2007): Projekt: „vorhabenbezogenen Bebauungsplan Odenthal–Oberscheid”, Einschätzung des Plangebietes auf Habitatpotenziale in Bezug auf Fledermäuse.
LANUF (2008): http://www.lanuv.nrw.de, letzter Zugriff 15. 08. 2008.
MESCHEDE, A. & HELLER, K.-G. - Ökologie und Schutz von Fledermäusen in Wäldern. – Bundesamt für Naturschutz (Hrsg.) (2000): Schriftenreihe für Landschaftspflege und Naturschutz, Heft 66.
SCHOBER, W. & GRIMMBERGER, E. (1998): Die Fledermäuse Europas, Kennen, Bestimmen, Schützen, Franckh-Kosmos Verlag, Stuttgart:
TAAKE, K.-H. & VIERHAUS, H. (2004): Pipistrellus pipistrellus
(Schreber, 1774) – Zwergfledermaus. In: NIETHAMMER, J. (†) & KRAPP, F. (Hrsg.): Handbuch der Säugetiere Europas, Band 4/II, Fledertiere (Teil II), Aula Verlag.
TOPÁL, G. (2001): Myotis nattereri
(Kuhl, 1818) – Fransenfledermaus. In: NIETHAMMER, J. (†) & KRAPP, F. (Hrsg.): Handbuch der Säugetiere Europas, Band 4/I, Fledertiere (Teil I), Aula Verlag.
TUPINIER, Y. (2001): Myotis brandtii
(Eversmann, 1845) – Große Bartfledermaus. In: NIETHAMMER, J. (†) & KRAPP, F. (Hrsg.): Handbuch der Säugetiere Europas, Band 4/I, Fledertiere (Teil I), Aula Verlag.
TUPINIER, Y & V. AELLEN (2001):
Myotis mystacinus (Kuhl, 1817) – Kleine Bartfledermaus. In: NIETHAMMER, J. (†) & KRAPP, F. (Hrsg.): Handbuch der Säugetiere Europas, Band 4/I, Fledertiere (Teil I), Aula Verlag.